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27.03.2018 | Zachenberg

Ein engagierter Fürsprecher weniger für den Bayerwald

Kommantar von Daniela Albrecht (PNP Viechtach)

Wir waren Minister. Bis zum Mittwoch hatte der Bayerische Wald mit Helmut Brunner einen engagierten Fürsprecher am Kabinettstisch in München sitzen. Der Hinterdietzberger hat sich über  viele Jahre ein wichtiges Netzwerk aufgebaut und so stetig seinen politischen Einfluss erweitert. Davon hat seine Heimat in großem Maße profitiert. 

 



Der Landkreis Regen kam beispielsweise bei der Behördenverlagerung zum Zug und erhielt mit dem Landesamt für Steuern in Zwiesel und dem Grünen Zentrum in Regen Einrichtungen und damit Arbeitsplätze „dahoam“.  Zum Aufschwung der Region trägt auch die    Ansiedelung einer Außenstelle der Hochschule Deggendorf in Teisnach  bei. Ein zweiter Campus hätte  in Viechtach entstehen sollen. Dafür hatte sich Helmut Brunner stark gemacht. Dass dieses Geschenk nicht angenommen wurde, schmerzt ihn zurecht. Wenigstens griff Teisnach zu.

Die verbliebene Zeit als Landtagsabgeordneter will der Ex-Minister nun nutzen, um auch noch den Bahnbetrieb auf der Strecke Viechtach-Gotteszell zu sichern. Ab Herbst – nach der Landtagswahl –  ist sein „Auftrag auf Zeit“ in der Landeshauptstadt endgültig vorbei. Dann müssen sich andere für den ländlichen Raum rund um Viechtach, Regen und Freyung einsetzen. Es wird einige Zeit dauern, bis die Menschen im Bayerischen Wald wieder eine so gewichtige Stimme in München haben, wie sie Helmut Brunner war.

Hinzu kommt, dass noch gar nicht sicher ist, ob überhaupt noch ein Abgeordneter oder eine Abgeordnete des Bayerischen Landtags aus dem Landkreis Regen kommt. Brunners Erbe als Direktkandidat der CSU tritt mit Max Gibis zwar kein Unbekannter, aber doch auch kein Hiesiger an. Er wird beweisen müssen, dass ihm die Viechtacher, Regener und Zwieseler Delegierten zurecht den Vorzug vor Werner Troiber gegeben haben. Ob er je am Kabinettstisch Platz nehmen darf, weiß derzeit keiner. Mit der Schlagzeile „Wir sind Minister“  als Teil der Staatsregierung kann in Niederbayern fürs Erste nur Plattling titeln. Aber zumindest hat der neue Bildungsminister Bernd Sibler Verbindungen in den Bayerischen Wald: Seine Frau stammt aus dem Landkreis Regen.