Aktuelles

Zur Übersicht

19.10.2018 | Frauenau.

Das „Digitale Dorf“ in der Praxis

Helmut Brunner spricht in Frauenau mit den Bürgermeistern des Modellprojekts

Nicht nur über seine wissenschaftliche Begleitung am Technologie-campus in Grafenau (wir berichteten), sondern auch über die praktische Umsetzung des von ihm mitinitiierten Modellprojekts „Digitales Dorf“ in Frauenau und Spiegelau hat sich Staatsminister a.D. Helmut Brunner zum Abschluss seiner Landtagstätigkeit noch einmal informiert. Er traf sich dazu im Frauenauer Rathaus mit den Bürgermeistern der beiden Kommunen, in denen dieses Projekt derzeit umgesetzt wird.

Foto: Staatsminister a. D. Helmut Brunner (Mi.) informierte sich bei den Bürgermeister Herbert Schreiner aus Frauenau (li.) und stv. Bürgermeister Günther Nama aus Spiegelau (re.) über die praktische Umsetzung des „Digitalen Dorfs“.
Bürgermeister Herbert Schreiner (Frauenau, SPD) und 2. Bürgermeister Günther Nama (Spiegelau; CSU) konnten Brunner von einer guten und gedeihlichen Zusammenarbeit ihrer beiden Gemeinden aus zwei unterschiedlichen Landkreisen und unter einer unterschiedlichen politischen Führung berichten. Beide Kommunen haben bei der Verwirklichung des „Digitalen Dorfes“ unterschiedliche Schwerpunkte in den Fokus gerückt und arbeiten auf unterschiedlichen Feldern. Allerdings sollen die Ergebnisse ihrer jeweiligen Anstrengungen jeweils 1 zu 1 untereinander übernommen werden können. Es gehört mit zu den Zielsetzungen dieses Projekts, dass beim Thema Digitalisierung nicht jeder das Rad neu erfinden muss, sondern dass Ideen und Erkenntnisse, die an einer Stelle entwickelt wurden, problemlos anderenorts übertragbar sind. So können Elemente wie der Rufbus, der in Spiegelau eine Lücke im ÖPNV schließt, digitale Gottesdienstübertragungen in Seniorenheime, eine digitale Rathaus-App, eine Schulplattform und dergleichen mehr ein Erfolg für das „Digitale Dorf“ insgesamt und an jedem Standort werden. Insgesamt ist das Projekt so angelegt, dass beteiligten Kommunen Spiegelau und Frauenau gemeinsam mit dem Technologiecampus Grafenau Konzepte für mehrere Handlungsfelder entwickeln, wie z.B. Mobilität, Medizin, Wohnen und Pflege, Schule, Rathaus etc., die auf die individuellen Herausforderungen zugeschnitten sind. Danach werden diese Ideen sukzessive in der gesamten Modellregion des „Digitalen Dorfes“ umgesetzt und können auch auf externe Regionen übertragen werden. Deshalb nehmen schon jetzt die Anfragen aus anderen Gemeinden immer mehr zu, die an einer Übertragung der Ergebnisse auf ihren Bereich Interesse zeigen. Und das ist auch der Sinn der Sache: Der ganzheitliche Ansatz beim „Digitalen Dorf“ soll nachhaltig zur Erhöhung der Lebensqualität in der Modellregion beitragen und zugleich auf andere Gemeinden und Regionen übertragbar sein. In Frauenau hat sich das Projekt beispielsweise zunächst auf das digitale Rathaus konzentriert. Dazu gehören das „Gemeindeportal Dahoam 4.0“ und eine eigene Rathaus-App, um die Digitalisierung auch im Lebensbereich des Behördenkontakts besser zu nutzen. Zudem werden – aller Voraussicht nach noch in diesem Monat – in Frauenau demnächst vier digitale Anschlagtafeln dafür sorgen, dass gemeindliche Bekanntmachungen oder Veranstaltungshinweise künftig auf einem moderneren Weg für die Bevölkerung zur Verfügung gestellt werden können. Die Projektleiterin am Frauenauer Rathaus, Diplominformatikerin Gudrun Fischer, hat sich mit solchem Interesse, Geschick und Gespür in das Thema eingearbeitet, dass sie inzwischen im Bereich Modellbildung und Simulation am TC Grafenau tätig geworden ist. In Spiegelau stand demgegenüber anfangs das Thema Digitalisierung in der Schule besonders im Fokus. So wurde die Volksschule für 50.000 Euro komplett mit Glasfaser verkabelt, um die acht Klassenzimmer und die Funktionsräume zu vernetzen. Der nächste Schritt ist jetzt die Ausstattung der Schüler mit Laptops. Aber auch die Digitalisierung der beiden Gemeindebüchereien oder die Übertragung des Pfingstgottesdienstes aus der Pfarrkirche ins Seniorenheim Rosenium wurden im Rahmen des Projekts „Digitales Dorf“ bereits verwirklicht. Ein weiterer Bereich bei der Entwicklung des „Digitalen Dorfes“ wird nun das Thema Medizin und Gesundheitswesen darstellen. Hier arbeiten die beiden Modelldörfer mit dem Freyunger Klaus Graf und seiner Firma IQ medworks zusammen, die sich telemedizinische Dienstleistungen und den Aufbau telemedizinischer Kompetenz-zentren und Versorgungsnetze zum Ziel gesetzt hat. Es geht dabei um die Vernetzung von Haus- und Facharztpraxen sowie Krankenhäusern und die Fernbehandlung von Patienten per Bildschirm und Datenübertragung. Informationsveranstaltungen dazu sollen am 17. Oktober in Frauenau und am 7. November in Spiegelau erfolgen. Die beiden Bürgermeister bedankten sich bei Helmut Brunner, der entscheidenden Anteil daran hatte, dass Frauenau und Spiegelau für das Modellprojekt „Digitales Dorf“ ausgewählt worden waren. Alle waren sich einig, dass dieses Projekt, das vorerst bis zum Jahresende läuft, unbedingt verlängert werden muss.